Giuseppe Guarneri del Gesù (1698-1744)

Guarneri del Gesù spielte während meiner Lehrzeit in der Voigt´schen Werkstatt eine große Rolle. Häufig, neben Bratschen, standen Guarneri-Geigen-Modelle auf dem Arbeitsplan. Schon damals waren sie bei uns sehr begehrte Geigen. Unser Guarneri-Modell ist im Stil der Instrumente von 1734/1735 nachempfunden.

Dieses Guarneri del Gesù Modell zeichnet sich durch eine charaktervolle Schnittführung aus. Kühn geformte FF-Löcher und die typische Schnecke ergeben ein markantes Erscheinungsbild. Das Guarneri-Modell hat einen ausgesprochen grundtönigen Klangcharakter. Eine solche Geige verlangt einen schwereren Bogenarm und eine langsamere Bogenführung. Auf diese Weise kann man sie mit großer Intensität spielen. Der Klang ist sehr fokussiert, die Töne werden klar getrennt.

Das Legato kann der Musiker mit sehr viel Gewicht im Bogenarm spielen, ohne dass der Klang bricht. Die Klangfarbenunterschiede sind für den Geiger sehr subtil, ein Eindruck, der sich auf größere Entfernung für den Zuhörer noch verstärkt. Beim Guarneri Modell ist das Vibrato für die Klanggestaltung von großer Bedeutung.

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